Vielleicht hast du dich gewundert, wie ruhig und still es in den vergangenen Monaten um mich war? Das hatte einen ganz bestimmten Grund. Ich war mir ganz ehrlich nicht mehr sicher, ob es wirklich meine Aufgabe ist Menschen zu unterstützen, Frieden in der eigenen Familie zu leben. Viel zu viel Unruhe schien es in der eigenen Familie zu geben, alte Verletzungen zeigten sich und das Chaos wurde eher größer als kleiner.

„Kann ich wirklich anderen Menschen zu einem friedlichen Miteinander in der Familie helfen, wenn es meiner eigenen Familie noch kriselt?“

Familie

Diese Frage stellte ich mir immer und immer wieder. Und außer Zweifel kam nichts – zumindest am Anfang. Innerlich wusste ich jedoch, dass ich keinen Schritt weitergehen konnte, solange diese Frage nicht klar beantwortet ist. Ich wollte also wissen: Bin ich nun die familienmacherin oder meine ich nur, dass ich sie bin? Denn mir wurde mehr und mehr klar, dass Selbsttäuschung eine große Falle des Egos ist. War ich etwa in diese Falle getappt? Ich wusste es nicht. Aber ich war entschlossen genug, es herauszufinden.

Du bist mir wichtig und verdienst Ehrlichkeit und Offenheit

Wenn du dich jetzt fragst, wieso ich dir das so offen schreibe und ob ich keine Angst habe das Vertrauen der Menschen in mich zu verlieren, dann kann ich dir nur sagen: „Klar habe ich Angst, aber es ist mir wichtig, dass du weißt, dass ich auch ein Mensch mit Unzulänglichkeiten bin, und dass du weißt, wie wichtig du mir bist.“ In meiner Arbeit legen Menschen ihr ganzes Vertrauen in meine Fähigkeiten und in mich als Mensch, da haben sie doch Ehrlichkeit und Offenheit von mir verdient. Und da mir selbst das Thema Familienfrieden so sehr am Herzen liegt, möchte ich sicher sein, dass ich nicht vom Ego gesteuert bin sondern getragen werde von der Liebe Gottes.

Engel in Menschengestalt treten in mein Leben

All diesen Fragen ging ich die vergangen Monate nach und ich bekam Antworten. Zuerst jedoch musste ich noch einen kleinen Umweg gehen, denn die Antworten kamen nicht sofort und auch nicht direkt. Da gab es noch die Hürde mit Gott zu nehmen bevor es weiter ging. Schon längere Zeit interessierte mich das Leben und Wirken Jesus. Ich wollte mehr über ihn wissen und ich spürte auch tief in meinem Herzen eine Sehnsucht nach seiner Liebe, was auch immer das heißen mag. Ganz sachte begann ich mit ihm zu reden und ihn, bei wichtigen Entscheidungen, um Rat zu fragen. Und das Verrückte ist – ich bekam sogar Antworten, meist in Form von Menschen die er mir in Weg stellte. So begegneten mir meist fremde Menschen, die ich „Engel in Menschengestalt“ nenne. Sie tauchten einfach aus dem Nichts auf und halfen mir, wenn ich in Notsituationen war. Zuerst konnte ich gar nicht glauben, dass es Menschen gibt, die einfach für mich da sind, wenn man sie brauche, auch wenn ich sie zuvor noch nie gesehen habe. Sehr abgefahren – denkst du jetzt vielleicht. Ja das ist es, aber es ist auch wahr. Ich werde in gesonderten Blogbeiträgen über einzelne Situationen berichten, hier würde es jetzt den Rahmen sprengen.

Plötzlich öffneten sich Türen, nach denen ich mich schon lange sehnte

Nach diesen Erfahrungen war ich noch neugieriger, begann in der Bibel zu lesen und mich mit Christen über Gott, Jesus und das Gebet auszutauschen. Boah was ich da erfahren habe machte mich zuerst sprachlos und dann öffneten sich Türen in meinem Herzen, die bis dahin verschlossen waren. Türen zu grenzenloser Liebe und Angenommen sein – so wie ich bin. Bisher waren das nur Worte, die ich irgendwo gelesen und/oder gehört hatte, jetzt jedoch fühlte ich es. Ich begann Gott zu fühlen und zu spüren. Und ich wusste, dass war es wonach ich schon so lange gesucht hatte.

Als ich schon etwas geübt in den Gesprächen mit Gott war, fragte ich ihn natürlich wie es mit der familienmacherin weiter geht. Vor allen Dingen wollte ich wissen, wenn als familienmacherin, dann wie? Klar geht es um Familien und um Frieden, doch in den vergangen Jahren sind mir so viel Formen von Familien begegnet, allen voran die Form der Pachworkfamilie. Viele Menschen sprachen mich immer wieder darauf an und wollten wissen ob ich ihnen auch helfen kann. Und ich konnte es nie klar definieren, aber tief in mir sagte eine Stimme: „Nein, für Patchworkfamilien bin ich nicht zuständig.“ Ausgrenzen wollte ich aber auch niemand und meine Arbeit als familienmacherin wollte ich auch machen und Frieden in der Familie war mir doch auch wichtig. Viele Fragezeichen waren da.

Das unsichtbare Band um die Familie hält ein Leben lang Klick um zu Tweeten

Und dann plötzlich zeigte es sich. Mir geht es wirklich um Familien, die in ihrer ursprünglichen Form gegründet wurden. Um Paare, die sich einmal getraut hatten Ja zueinander zu sagen, um miteinander eine Familie zu gründen. Solche Familien umgibt ein unsichtbares Band, dass lebenslänglich hält und von keinem Scheidungsrichter dieser Welt zu trennen ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie viel Schmerz, Leid, Wut, Tränen und Angst eine Trennung und/oder Scheidung in einer Familie verursacht, selbst wenn die Kinder schon erwachsen sind. Und genau für diese Menschen, die bereit sind neu, ja vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben ganz für ihre Familie einzustehen, möchte ich da sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob du verheiratet, getrennt oder geschieden bist, wichtig ist, dass du bereit bist ganz neu auf dich und deine Familie zu schauen.

Welches eheliche und familiäre Vermächtnis hinterlässt du?

In meiner Familie musste ich z.B. schmerzhaft feststellen, dass weder mein ehemaliger Mann noch unsere erwachsenen Kinder sich vorstellen konnten erfüllt, glücklich und friedlich miteinander zu leben. Traurig musste ich mir eingestehen, dass wir das wohl nie bewusst in unserer Familie gelebt haben, auch kannten wir es nicht aus unseren Herkunftsfamilien. Das tat weh, da genau hinzuschauen. Gleichzeitig gab es mir Mut weiter zu gehen und zu spüren, jetzt ist es meine Aufgabe, meiner Familie vorzuleben wie es gehen kann friedlich miteinander zu leben. Und während so das Bild der familienmacherin immer klarer und reiner wurde, entdeckte ich in dem Buch „Frühstück mit Gott“ die Frage: „Welches eheliche Vermächtnis hinterlassen Sie?“ Was für eine wunderbare Frage. Auf diese Frage habe ich gewartet. Warum stellen wir uns diese Frage nicht wenn es um ein Vermächtnis geht? Ist das nicht mindestens genau so wichtig oder sogar noch wichtiger als ein materielles Vermächtnis?

„Welches eheliche Vermächtnis hinterlassen wir?“ Klick um zu Tweeten

Mir ist nun auf jeden Fall klar, dass ich mich gerne mit dir, wenn du dich gerufen fühlst, um das eheliche und familiäre Vermächtnis kümmern möchte. Ich möchte dich an die Hand nehmen und schauen was es braucht, damit du deinen Kinder und Enkelkinder ein eheliches und familiäres Vermächtnis hinterlässt, bei dem du dich gut fühlst.

Die familienmacherin bekam einen neuen Schliff und erstrahlt nun klarer und reiner als je zuvor.

Zum Schluss möchte ich einen Absatz aus dem Buch „Frühstück mit Gott“ zitieren, der mich berührt und den ich gerne als Leitfaden für meine weitere Arbeit mitnehme. Ich habe ihn nur mit familiär in Klammer ergänzt.

Wenn Sie sterben, hinterlassen Sie nicht nur materielle Dinge, sondern auch ein eheliches (und familiäres) Vermächtnis. Ihr Beispiel hat einen Einfluss auf das Leben Ihrer Kinder und anderen Menschen, die Sie beobachten. Nur wenige Dinge sind so wichtig, wie eine Ehe (und Familie) aufzubauen, die Ihre Kinder sich zum Vorbild nehmen können.“

Kürzlich durfte ich in der Zeitschrift “Bild der Frau” meine Geschichte erzählen. Hier kannst du den Artikel lesen.

Herzlichst

Renate Wernet – die familienmacherin

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